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Bemerkenswertes

29. Oktober 2026

Man kann die Wahrheit nicht ins Feuer werfen – sie ist das Feuer.
Friedrich Dürrenmatt (1921 – 1990)

27. Oktober 2026

27. Oktober 2026

Unser Seminar über Filmmusik, das in der UDL Göttingen heute Vormittag in einem völlig überfüllten Vorlesungsraum mit 78 Teilnehmenden begann, hatte den Film "Die Verlobung des Monsieur Hire" zum Thema. Patrice Leconte inszenierte den Film 1989 nach dem gleichnamigen Roman von Georges Simenon mit Michel Blanc und Sandrine Bonnaire in den Hauptrollen. Die Filmmusik komponierte Michael Nyman, das mittlere Couplet aus dem letzten Satz (Rondo alla zingarese) des Klavierquintetts Nr.1 g-Moll op. 25 von Johannes Brahms fungiert als Musik im Film.

Der Filmdienst bescheinigt dem Film eine "überragende Interpretation […] über die Ambivalenz von Gut und Böse", was kaum zu bestreiten ist. Der Dresdner Kinokalender ist in seiner Besprechung noch zielgenauer: "Auf den ersten Blick erzählt dieser Film die Geschichte eines Mordes, auf den zweiten die eines Voyeurs und auf den dritten die einer unbedingten Liebe. Wie Leconte diese drei Erzählstränge ineinander windet, sie zum Psychogramm eines außergewöhnlichen Mannes verdichtet, ist meisterhaft." Der Film war den allermeisten Teilnehmenden zuvor unbekannt. Nicht wenige haben ihn danach als bewundernswertes Beispiel für außergewöhnliche Filmkunst angesehen.

24. Oktober 2026

Die Plünderer in Frankreich attackieren die etablierte Ordnung, heißt es. Dabei haben sie vielleicht nur kopiert, was ihnen die Mächtigen von Trump bis Sarkozy vormachen.
Andrea Böhm in der ZEIT-Kolumne "Proteste in Frankreich – Von kleinen und großen Plünderern"

21. Oktober 2026

Ich glaube, das Glück kann man nur dann finden, wenn man nicht danach sucht. [...] Wenn wir versuchen, etwas Schönes zu wiederholen, klappt das garantiert nicht. Im Leben nicht. Und in der Kunst auch nicht.
Asmik Grigorian, Opernsängerin

19. Oktober 2026

19. Oktober 2026

In unserem Filmmusik-Seminar werden wir uns u. a. mit Musik von Nino Rota (1911 – 1979) beschäftigen. Obwohl sich Rota sein Leben lang als „klassischer Komponist“ sah, wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem als Schöpfer von Filmmusik bekannt. Federico Fellini, mit dem Rota ab 1952 zusammenarbeitete, verwendete bis zum Tode Rotas für seine Filme ausschließlich dessen Musik. Außer für Fellini schrieb Rota Filmmusik für so bekannte Regisseure wie Luchino Visconti, Francis Ford Coppola und Franco Zeffirelli. Er genoss aufgrund seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten als Improvisator und seiner geradezu überbordenden Fantasie höchste Wertschätzung der Regisseure.

Insgesamt schrieb er etwa 150 Filmmusiken, darunter für so berühmte Filme wie „Der Pate“ (dafür erhielt er einen Oscar), „La Dolce Vita“, "La Strada" oder „Krieg und Frieden“. Darüber hinaus komponierte er 10 Opern, über 20 Ballett- und Bühnenmusiken, mehrere Sinfonien, Solokonzerte für verschiedenste Instrumente, Klaviermusik und Chorwerke.

15. Oktober 2026

15. Oktober 2026

Nach zahlreichen ausverkauften Vorstellungen und einem jeweils begeisterten Publikum bringt das Staatstheater Braunschweig »Carmina Burana« als spartenübergreifendes Projekt zurück auf die Bühne. "Das gewaltige Bühnenerlebnis" so NDR Kultur, "mit über 180 auf der Bühne stehenden Künstler:innen verzaubert durch die Intensität und Durchdringungskraft der Musik von Carl Orff." Gregor Zöllig inszeniert das Werk als Spektakel über brachiale Lebenskraft, lebendige Körper und menschliche Freiheit.

Es gibt dazu am Sonntag, 7. Februar 2027 eine Tagesreise von Göttingen zum Staatstheater Braunschweig. Wir fahren um 14.00 Uhr ab Göttingen (Einstieg Bahnhofsvorplatz) mit einem Reisebus nach Braunschweig, hören im Theater um 17.15 Uhr eine Einführung zum Stück und erleben um 18.00 Uhr die etwa 70-minütige Aufführung auf einem Parkettplatz der ersten Kategorie. Anschließend fahren wir zurück und sind gegen 21 Uhr wieder in Göttingen. Nähere Informationen (Anmeldung, Kosten etc.) siehe unter "Termine".

11. Oktober 2026

Wenn man die Geschichte der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts studiert, erkennt man: Alle haben voneinander abgeguckt. Wer nicht abguckt, ist dumm.
Hans van Manen (1932 – 2025), niederländischer Choreograf

6. Oktober 2026

We must not let in daylight upon magic.
Walter Bagehot (1826 – 1877)

Diese berühmten Worte, gesprochen 1867, bezog Bagehot auf die englische Verfassung ("Its mystery is its life"), doch sie können auf viele andere Dinge des Lebens Anwendung finden. Ob in der Kunst, in der Liebe sowieso, ja gar im Sport oder beim Kochen – wir müssen nicht jeder Verästelung des Wundersamen nachspüren und alles begreifen wollen. Zuweilen ist es schlicht besser für Geist und Gemüt, das Magische einfach im Wortsinn zu "bewundern" und mit wohligem Erstaunen anzunehmen. We must not let in daylight upon magic. Wie schön!

4. Oktober 2026

4. Oktober 2026

Im Rahmen des Göttinger Literaturherbstes war gestern die Journalistin und Dokumentarfilmerin Annette Dittert in der ausverkauften Sheddachhalle zu Gast. Vielen Fernsehzuschauerinnen und Fernsehzuschauern ist Annette Dittert vor allem als ARD-Korrespondentin in London bekannt, die über viele Jahre mit kenntnisreichen Reportagen, Berichten und Interviews aus der englischen Hauptstadt beeindruckte.

Dittert las aus ihrem Buch Dear Britain und erzählte launig und unterhaltsam über Land und Leute, den Brexit und die Royals, Gärten und Pubs, britischen Humor und manches mehr. Das Foto entstand während der Signierstunde im Anschluss an die Veranstaltung.

30. September 2026

30. September 2026

Im ICE nach Göttingen, auf der Rückreise von einem dreitägigen Aufenthalt in Wien. Am letzten Montag habe ich im Musiktheater an der Wien meine Lieblingsoper "La Calisto" von Francesco Cavalli gesehen und gehört, um nicht zu sagen erlebt. In der Inszenierung von Intendant Stefan Herheim musizierte L'Arpeggiata unter der gleichermaßen kreativen wie souveränen Leitung von Christina Pluhar.

Es war meine sechste "Calisto" nach Produktionen in Hagen, Darmstadt, Straßburg und Nürnberg (2). Die jetzige brachte alles auf die Bühne, was für ein unvergessliches Erlebnis vonnöten ist: Musikalität, Klangsinn, Fantasie, Charme, Sensibilität, Spielfreude, sängerisches und tänzerisches Top-Niveau. So muss Barockoper sein! Und Cavallis Musik ist einfach unwiderstehlich, ich kenne keine schönere.