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Bemerkenswertes

8. Dezember 2025

Meine zwei Tage in Berlin waren sehr angenehm. "Fedora" in der Deutschen Oper bot glutvollen und klangfarblich ausdrucksstarken Verismo, mit einer großartigen Vida Miknevičiūtė und einem ebensolchen Jonathan Tetelman in den Rollen der verzweifelt Verliebten. Ausverkauftes Haus, langer und stürmischer Beifall eines berauschten Publikums!

In der Kürze der Zeit habe ich es immerhin zu einem Bummel über den Kunstmarkt geschafft, zu einem Lunch im "Atlantic" (Bergmannstraße), zum Shop der Staatsoper Unter den Linden und gleich zweimal zur Einkehr in meine geliebte "Kastanie" (Schloßstraße in Charlottenburg). Sie ist, so heißt es auf der Webseite, seit 1973 ein "Treffpunkt zum Lachen, Debattieren, Genießen". Das Personal ist freundlich, kommunikativ und absolut professionell. Die hausgemachten Gerichte (ich hatte z. B. Fischfrikadellen mit Pastinakenpüree, Rote-Bete-Gemüse und Salat) sind lecker, kreativ und nicht teuer. Es gibt ausgewählte Weine und acht verschiedene Biere vom Fass. Ich bin, seit ich die "Kastanie" erst vor zehn Jahren für mich entdeckt habe, bei jedem Berlin-Besuch dort zu Gast.

4. Dezember 2025

Morgen ist es soweit: Ich fahre nach Berlin und sehe Umberto Giordanos "Fedora" in der Deutschen Oper. Nachdem die Produktion (Regie Christoph Loy) bereits in Stockholm und Frankfurt begeistert aufgenommen wurde, kommt der musikalische Krimi jetzt also in die Hauptstadt. Startenor Jonathan Tetelman als Graf Loris Ipanoff und Vida Miknevičiūtė in der Rolle der Fürstin Fedora Romazoff sind die Hauptakteure der tragischen Liebesgeschichte, die zwischen St. Petersburg, Paris und den Schweizer Alpen spielt. Ich freue mich auf knapp zwei Stunden Verismo mit Leidenschaft und Dramatik, schillernden Orchesterfarben und ikonischen Melodien!

1. Dezember 2025

1. Dezember 2025

Zum Abschluss des laufenden Opernkurses an der VHS Göttingen befassen wir uns heute Abend mit dem Finale aus Gounods "Faust". In seiner bekannten und schon zu Lebzeiten häufig gespielten Oper setzt Gounod vier Stimmfächer ein: Die Titelpartie singt ein Haute-Contre-Tenor, für Mephistopheles braucht es einen kernigen, "schwarzen" Bassbariton, Margarethe ist mit einem lyrischen Sopran besetzt und Valentin kann nur ein sehr französischer, hoher „Baryton-Martin“ mit hellem, jugendlichem Timbre singen. Die Musik setzt Goethes Drama musikalisch differenziert, packend und melodisch eingängig in Szene. Große französische, romantische Oper!

27. November 2025

27. November 2025

Kunst, einst Medium der Erhellung, wird im Zeitalter der Angst des Menschen vor seinem eigenen Fortschritt zum Medium der Verdrängung. An die Stelle des Aufbruchs zu neuer Erkenntnis und zu neuen Aufgaben des Geistes ist die Flucht in die Idylle getreten. Der ästhetische Apparat steht dafür ein. Musikkultur ist der Walkman, womit man hört und sich zugleich die Ohren zuhält.
Helmut Lachenmann (* 1935), Komponist

Mit "ästhetischem Apparat" meint Lachenmann die Gesamtheit vorhandener musikalischer Einrichtungen und kursierender Überzeugungen, den ganzen Komplex aus historisch Gewachsenem und Gewordenem, gegen den es sich insbesondere als Komponist zu behaupten und durchzusetzen gilt. So wird auch ein besonders hübsches Bonmot Lachenmanns verständlich: "Für viele ist der Konzertsaal wie eine warme Badewanne. Da kann ein kalter Wasserguss daran erinnern, dass wir lebendige Menschen sind." Herzlichen Glückwunsch zum 90. Geburtstag, Helmut Lachenmann!

Pause bis zum 25. November 2025

13. November 2025

Gute Freunde sind Menschen, die sehr weit weg wohnen.
Alfred Hitchcock (1899 – 1980)

9. November 2025

9. November 2025

Vor zwei Tagen feierte die Göttinger Lichter-Nacht Premiere. Zu sehen waren spektakuläre Lichtshows, kreative Installationen und besondere Aktionen in der ganzen Innenstadt. Das Foto habe ich bei einem Spaziergang über den Wall aufgenommen, an einem Abend voller Licht, Musik und Magie.

Zu welcher Oper würde das Bild passen? In Frage kämen Purcells "Dido and Aeneas", Verdis "Macbeth" oder Debussys "Pelleas et Melisande". Auch die Assoziation zu Fortners "Bluthochzeit" ist nicht abwegig, ganz im Gegenteil.

6. November 2025

Die Reaktionen, die Musik hervorruft, sind keine Gefühle, sondern Bilder und Erinnerungen an Gefühle.
Paul Hindemith (1895 – 1963)

2. November 2025

2. November 2025

In diesem Jahr habe ich einige sehr schöne, zum Teil herausragende Opernaufführungen gesehen. Für manche von ihnen wäre "erlebt" das treffendere Wort, so z. B. für "Die Hochzeit des Figaro" in Meiningen, "La Traviata" in Straßburg und natürlich "Ariodante" in Paris. Auch die Produktionen in Wien ("Proserpine", konzertant) und Dresden ("Tosca") waren von hohem Niveau. Nur ein, zwei Vorstellungen auf meiner Besuchsliste waren eher durchschnittlich, was aber in Ordnung ist und zum Leben eines passionierten Operntouristen dazugehört.

Wie es aussieht, wird im Dezember die selten gespielte Oper "Fedora" von Umberto Giordano (1867 – 1948) in der Deutschen Oper Berlin meine letzte Station für dieses Jahr sein. Das Haus hat meine ohnehin vorhandene Vorfreude mit seinem nachfolgenden Webseiten-Text noch einmal erheblich gesteigert.

Zwischen Politthriller und Kriminalstück, tragischem Liebesdrama und packendem Psychogramm bewegt sich Umberto Giordanos FEDORA. Vorlage bildete das gleichnamige Theaterstück von Victorien Sardou, eben jenem französischen Dramatiker, der schon für Puccinis TOSCA Pate stand. Die umjubelte Uraufführung von FEDORA 1898 im Mailänder Tetro Lirico wurde zum musikhistorischen Großereignis, verhalf sie doch einer der größten Sängerlegenden zum Durchbruch: Enrico Caruso, welcher der heute berühmtesten Nummer, der Arie „Amor ti vieta“, einen Platz im kollektiven Gedächtnis verschaffte. In der Folge eroberte das Werk die internationale Opernwelt und wurde bald schon in Wien, Paris, Hamburg und an der New Yorker MET gespielt. Als größter Erfolg Giordanos neben ANDREA CHÉNIER begeistert FEDORA bis heute mit üppigen Klangfarben und ikonischen Melodien.

29. Oktober 2025

Als Künstler ist man nie mit irgendetwas zufrieden, das man tut.
Kate Bush