Bemerkenswertes
Pause bis Anfang August
Wer Fotos aus Asturien sieht, ohne dazugehörige Ortsangabe, würde sie nicht unbedingt Spanien zuordnen, höchstens dann, wenn zwischen zwei Berggipfel das Meer sichtbar wird. Mit dem üblichen Spanienbild, heiß und trocken, hat die Landschaft Asturiens nichts zu tun.
Die zerklüftete Landschaft und die Lage westlich des Golfs von Biskaya bewirkte auch, dass in der großen Reisetätigkeit der Mitteleuropäer und Engländer im 19. Jahrhundert, kaum jemand Asturien bereiste. Aber auch spanische Reisende ließen das Land oft links liegen und sogar der aus Frankreich kommende Jakobsweg führt südlich vorbei, über León nach Galicien. Manuel Fernández Ladreda beklagt sogar, dass Asturien vielen Spaniern genauso unbekannt sei wie Lappland.
aus: Manfred Gmeiner, Nachwort zu "Asturien"
Nun, auch für mich ist Asturien bisher ein unbekanntes Land. Umso mehr freue ich mich auf einen mehrwöchigen Urlaub in dieser Region, von der ich schon so viel Gutes und Schönes gehört und gelesen habe. Hier geht es Anfang August weiter.
Bis dahin, Ihr/Euer
Thomas Sander
22. Juni 2026
Wenn ich zwischen zwei Übeln entscheiden muss, wähle ich das, was ich noch nicht ausprobiert habe.
Mae West (1893 – 1980), amerikanische Schauspielerin
19. Juni 2026
Ab Oktober beginnt an der VHS Göttingen ein neuer Kurs mit Porträts von Komponistinnen und Komponisten. In jeweils sechs Einheiten von 90 Minuten werden Leben und Werk bedeutender Tonsetzer/-innen beleuchtet. Texte, Kommentare und Analysen damaliger wie heutiger Fachleute begleiten das Hören und Sehen von Sinfonien, Solokonzerten, Kammermusik, geistlichen Werken, Opern, Liederzyklen und manchem mehr. Den Anfang macht Ludwig van Beethoven zur Einstimmung auf Konzerte und Sonderveranstaltungen zu seinem 200. Todestag im kommenden Jahr. Die Reihe mit Komponisten-Porträts löst den "Operntreff" ab, der nach fünfjähriger Laufzeit an der VHS nicht fortgesetzt wird.
13. Juni 2026
Niemand hat etwas dagegen, unterbrochen zu werden – solange es durch Beifall geschieht.
Kin Hubbard (1868 - 1930), amerikanischer Cartoonist, Humorist und Journalist
10. Juni 2026

Ohrwurm seit Sonntag: Korngold, Die tote Stadt, "Glück, das mir verblieb". Das ist nun wirklich das bekannteste Stück, das dieser Klangparfümeur geschaffen hat, ich komme nur schwer davon los. Vor allem das Nachspiel ist fantastisch, Harmonik und Instrumentation betören die Sinne und machen süchtig.
Die Vorstellung im Staatstheater Hannover war übrigens musikalisch stark, die Bilder konnten da leider nicht mithalten. Macht nichts, die Musik ist einfach unwiderstehlich und klingt immer noch nach.
Das Bild zeigt Erich Wolfgang Korngold im Jahre 1927, sieben Jahre nach der Uraufführung von "Die tote Stadt" (Aufnahme Georg Fayer).
8. Juni 2026
Dummköpfe eilen herein, wo Engel Angst haben aufzutreten.
Alexander Pope (1688 – 1744), englischer Dichter, Übersetzer und Schriftsteller
2. Juni 2026
Ein Bekannter, dem ich von der im September stattfindenden Opernreise nach Amsterdam erzähle, belehrt mich über "Cavalleria rusticana" von Mascagni. In Handlung und Ethik sei die Oper wohl sizilianisch, die Musik selbst sei auch schön, aber alles andere als sizilianisch, sondern eher "Cavalleria toscana".
Wahrscheinlich weiß er nicht, dass fast alle italienischen Opern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts die eigentliche Erzählung und die Psychologie der Charaktere in den Vordergrund stellen. Lokalkolorit entsteht durch die historischen Schauplätze selbst, nicht jedoch – mit raren Ausnahmen – durch die Verwendung folkloristischer Klänge der jeweiligen Handlungsorte. So enthält der "Barbier von Sevilla" von Rossini weder spanischen Flamenco noch Habanera oder Fandango, ebenso kommt Verdis "Macbeth" ganz ohne schottische Folk Music, Country Dance und Dudelsäcke aus. Auch in Bellinis "Norma" sucht man gallische oder keltische Klänge vergeblich, vielmehr folgt die Musik den harmonischen und instrumentalen Traditionen der italienischen Opernmusik jener Zeit. Und nebenbei, nicht ohne Augenzwinkern: Der deutsche Komponist und Dichter Peter Cornelius hat in seinen "Barbier von Bagdad" keine alten mesopotamischen Traditionen oder irakische Bauchtänze integriert.
31. Mai 2026
Die Musik ist eine Summe zerstreuter Kräfte. Man macht daraus ein theoretisches Geschwätz. Ich habe die paar Flötentöne eines ägyptischen Hirten lieber; er ist eins mit der Landschaft und hört Harmonien, von denen in euren Abhandlungen nichts steht. Die Musiker hören nur die Musik, die von geschickten Händen geschrieben wurde, niemals aber die, welche der Natur innewohnt. Den Anbruch des Tages zu erleben ist nützlicher, als die Pastoralsinfonie zu hören.
Claude Debussy (1862 – 1918)
27. Mai 2026
Vor zwei Tagen gingen die diesjährigen Internationalen Händelfestspiele Göttingen zu Ende. Es waren diesmal nicht nur qualitativ hochwertige Konzerte zu hören (die gibt es sonst auch), sondern einige mehr als außergewöhnliche Aufführungen mit spektakulären Klang- und Performance-Erlebnissen. Es ist immer etwas ungerecht, aus einem erlesenen Strauß einzelne Blüten herauszupicken, doch ich nenne hier meine drei Favoriten: "Die Geschichte vom Soldaten" (Strawinsky) in der Kombination mit "Wie liegt die Stadt so wüste" (Weckmann) im Deutschen Theater – eine atemberaubende Vorstellung! Sodann "Telemann goes East" mit Erik Bosgraaf und dem Ensemble filoBarocco in der Nicolaikirche – packend und unwiderstehlich in der Art musikalischer Trapez- und Hochseilartisten. Und schließlich "Ein Feste Burg" – Musik aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, musikalisch nobel und berührend gespielt vom Europäischen Hanse-Ensemble unter Leitung von Manfred Cordes im Rittersaal des Welfenschlosses Hann. Münden. Das Foto entstand im Anschluss an dieses Konzert und zeigt mich umrahmt von Elisabeth Brinkmann, Intendant Jochen Schäfsmeier und Gambistin Hille Perl (von links).
19. Mai 2026
Ich habe zwei Schauspielstile: mit und ohne Pferd.
Robert Mitchum (1917 – 1997)
